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Für Schüler · Ratgeber

Was verdient man in der Ausbildung? Das Ausbildungsgehalt einfach erklärt

Aktualisiert am 28.09.2026 · 6 Minuten Lesezeit

Wie viel Geld du in der Ausbildung bekommst, hängt vor allem von deinem Beruf und deinem Betrieb ab. Hier erfährst du, welche Mindestvergütung gilt, warum die Unterschiede so groß sind und was von deinem Brutto am Ende übrig bleibt.

Ausbildungsgehalt im Vergleich

Zwischen den Berufen liegen oft mehrere hundert Euro im Monat. Im Gehaltsvergleich tippst du einen Beruf ein und siehst, was Betriebe dort Jahr für Jahr zahlen. Probier ruhig mehrere Berufe aus, die dich interessieren.

Gehaltsvergleich · 453 Berufe

Was verdienst du in der Ausbildung?

Kaufmann im Einzelhandel 1.030 € im Monat im 1. Jahr Platz 307 von 453 3. Jahr: 1.270 € Gib oben einen zweiten Beruf ein und vergleiche.
Industriemechaniker 1.050 € im Monat im 1. Jahr Platz 287 von 453 4. Jahr: 1.290 € Gib oben einen zweiten Beruf ein und vergleiche.

Im 1. Jahr liegen beide etwa gleich auf.

1. Jahr 940 € bis 1.120 € 724 € bis 1.373 €
2. Jahr 1.000 € bis 1.250 € 854 € bis 1.408 €
3. Jahr 1.150 € bis 1.390 € 977 € bis 1.489 €
4. Jahr schon fertig 1.014 € bis 1.563 €
  • Spanne der Tarifbeispiele, im Monat brutto
  • Mitte aller Ausbildungsberufe im selben Jahr
  • unter der Mindestvergütung 2026

Tarifbeispiele aus BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit, je nach Branche und Region. Die großen Zahlen zeigen die Mitte zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Beispiel, auf 10 € gerundet. Die gesetzliche Mindestvergütung gilt für duale Ausbildungen, die 2026 beginnen (724 € im 1. Jahr); ein Tarifvertrag darf darunter liegen. Was dein Betrieb zahlt, steht in deinem Ausbildungsvertrag.

Die gesetzliche Mindestvergütung

Für duale Ausbildungen nach dem Berufsbildungsgesetz und der Handwerksordnung gibt es eine Untergrenze. Wie hoch sie ist, hängt davon ab, in welchem Jahr deine Ausbildung beginnt. Für einen Start im Jahr 2026 gelten laut Bekanntmachung zum Berufsbildungsgesetz diese Beträge im Monat:

724 € im 1. Ausbildungsjahr
854 € im 2. Ausbildungsjahr
977 € im 3. Ausbildungsjahr
1.014 € im 4. Ausbildungsjahr

Die Beträge für einen Start im Jahr 2027 werden bis spätestens 1. November 2026 bekanntgegeben, so schreibt es § 17 des Berufsbildungsgesetzes vor. Für schulische Ausbildungen gilt die Mindestvergütung nicht.

Zwei Ausnahmen solltest du kennen. Gilt für deinen Betrieb ein Tarifvertrag, zählt dessen Vergütung, auch wenn sie unter der Mindestvergütung liegt. Und Betriebe ohne Tarifbindung dürfen den Tarif ihrer Branche in der Regel um höchstens 20 Prozent unterschreiten, die Mindestvergütung aber nie.

Wovon deine Vergütung abhängt

Branche und Beruf

Am meisten hängt davon ab, welchen Beruf du lernst und in welcher Branche. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) wertet jedes Jahr die Tarifverträge aus. Für 2025 kam es auf diese Durchschnittswerte, gerechnet über alle Ausbildungsjahre:

1.209 € im Schnitt über alle Berufe in tarifgebundenen Betrieben
1.329 € im öffentlichen Dienst
1.266 € in Industrie und Handel
1.093 € im Handwerk

Am meisten bekamen laut BIBB angehende Milchtechnologen mit im Schnitt 1.463 Euro, am wenigsten angehende Friseure mit 727 Euro.

Tarifvertrag

In einem Tarifvertrag stehen feste Beträge für jedes Ausbildungsjahr. Ob für dich ein Tarifvertrag gilt, steht als Hinweis in deinem Ausbildungsvertrag. Wenn du es nicht findest, frag einfach nach.

Bundesland

Zwischen den Bundesländern sind die Unterschiede laut BIBB eher klein. Mit Ausnahme von Baden-Württemberg (im Schnitt 1.257 Euro) lagen die Länder 2025 in einem Korridor von etwa 40 Euro.

Ausbildungsjahr

Deine Vergütung muss mit jedem Ausbildungsjahr steigen, so steht es im Berufsbildungsgesetz. Im Vergleich oben siehst du, wie groß die Sprünge in deinem Wunschberuf sind.

Brutto und netto: was von deinem Geld abgeht

Brutto ist der Betrag, der in deinem Ausbildungsvertrag steht. Netto ist das, was nach allen Abzügen auf deinem Konto landet. Dazwischen liegen die Beiträge zur Sozialversicherung und, wenn du genug verdienst, die Lohnsteuer.

Wenn Betriebe, Tabellen oder dieser Ratgeber von Ausbildungsvergütung sprechen, ist fast immer brutto gemeint. Plan dein erstes eigenes Geld also nicht mit dem vollen Betrag.

Sozialversicherung

Als Azubi bist du von Anfang an kranken-, pflege-, renten- und arbeitslosenversichert. Die Beiträge teilen sich dein Betrieb und du, meist je zur Hälfte. Dein Anteil liegt 2026 bei gut einem Fünftel deines Bruttos, je nach Krankenkasse etwas mehr oder weniger (Beitragssätze laut GKV-Spitzenverband).

Ein Beispiel: Von 1.000 Euro brutto gehen gut 200 Euro für die Sozialversicherung ab. Solange keine Lohnsteuer fällig wird, bleiben dir knapp 800 Euro.

Lohnsteuer

Lohnsteuer fällt erst ab einem bestimmten Einkommen an, weil ein Grundbetrag im Jahr steuerfrei bleibt. Bei vielen Azubis wird deshalb gerade im ersten Jahr keine oder kaum Lohnsteuer abgezogen. Kirchensteuer zahlst du nur, wenn du Mitglied einer Kirche bist und Lohnsteuer anfällt.

Wurde doch Lohnsteuer abgezogen, kann sich eine Steuererklärung lohnen. Das gilt vor allem für das Jahr, in dem deine Ausbildung beginnt, denn da verdienst du nur wenige Monate lang.

Zuschüsse: Geld, das dir zustehen kann

Stell den BAB-Antrag rechtzeitig: Rückwirkend gibt es die Beihilfe höchstens ab dem Monat, in dem du sie beantragst (§ 325 SGB III). Mit dem BAB-Rechner der Agentur für Arbeit kannst du vorher grob prüfen, ob sich ein Antrag lohnt.

Ausbildungen mit der höchsten Vergütung

In der Tabelle siehst du die Ausbildungsberufe mit der höchsten Vergütung im ersten Jahr. Geld ist ein gutes Argument, aber nicht das einzige: Ein Beruf, der zu dir passt, trägt dich besser durch die Ausbildung als ein paar Euro mehr im Monat.

Vergütung im ersten Ausbildungsjahr, monatlich brutto
PlatzBeruf1. JahrDauer
1 Anästhesietechnischer Assistent 1.491 € 3 bis 5 Jahre
1 Notfallsanitäter 1.491 € 3 bis 5 Jahre
1 Operationstechnischer Assistent 1.491 € 3 bis 5 Jahre
1 Pflegefachmann 1.491 € 3 bis 5 Jahre
5 Bankkaufmann 1.400 bis 1.496 € 3 Jahre
5 Investmentfondskaufmann 1.400 bis 1.496 € 3 Jahre
5 Kaufmann für Dialogmarketing 1.400 bis 1.496 € 3 Jahre
5 Servicefachkraft für Dialogmarketing 1.400 bis 1.496 € 2 Jahre
9 Sozialversicherungsfachangestellte allgemeine Krankenversicherung 1.369 € 3 Jahre
10 Disponent Integrierte Leitstelle 1.368 € 3 Jahre
10 Fachangestellte Medien- und Informationsdienste Bibliothek 1.368 € 3 Jahre
10 Fachangestellter für Arbeitsmarktdienstleistungen 1.368 € 3 Jahre
10 Revierjäger 1.368 € 3 Jahre
10 Sozialversicherungsfachangestellte landwirtschaftliche Sozialversicherung 1.368 € 3 Jahre
10 Sozialversicherungsfachangestellte Rentenversicherung 1.368 € 3 Jahre

Tarifbeispiele je nach Branche und Bundesland. Quelle: BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit. Alle Angaben ohne Gewähr.

Das solltest du zur Vergütung wissen

Wann du dich für einen Start im Sommer 2027 bewerben solltest, liest du im Ratgeber Bewerbungsfristen für die Ausbildung 2027.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man im ersten Ausbildungsjahr?

Das hängt vom Beruf und vom Betrieb ab. Für Ausbildungen, die 2026 beginnen, liegt die gesetzliche Mindestvergütung im ersten Jahr bei 724 Euro brutto im Monat, außer ein Tarifvertrag regelt etwas anderes. Viele Betriebe zahlen mehr.

Muss ich als Azubi Steuern zahlen?

Lohnsteuer fällt erst ab einem bestimmten Einkommen an, weil ein Grundbetrag im Jahr steuerfrei bleibt. Bei vielen Azubis wird deshalb gerade im ersten Jahr keine oder kaum Lohnsteuer abgezogen. Beiträge zur Sozialversicherung zahlst du dagegen von Anfang an.

Bekommen meine Eltern während der Ausbildung weiter Kindergeld?

Ja, während deiner ersten Ausbildung, längstens bis du 25 wirst. Wie viel du in der Ausbildung verdienst, spielt dafür keine Rolle. Zuständig ist die Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit.

Bekomme ich in einer schulischen Ausbildung Geld?

Meistens nicht. Für die meisten schulischen Ausbildungen gibt es keine Vergütung, an privaten Schulen fällt oft sogar Schulgeld an. Eine Ausnahme ist die Pflegeausbildung: Dort zahlt dir der Träger der praktischen Ausbildung eine Vergütung.

Was kann ich tun, wenn mein Betrieb zu wenig zahlt?

Schau zuerst in deinen Ausbildungsvertrag, dort steht die Höhe deiner Vergütung. Wenn du unsicher bist, ob sie angemessen ist, frag bei der Ausbildungsberatung deiner Kammer nach, zum Beispiel bei der IHK oder der Handwerkskammer.

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