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Ratgeber · Für Betriebe

Dein erster Azubi: der Weg für Betriebe in 10 Stationen

Du willst zum ersten Mal ausbilden? Geh einfach von oben nach unten: von der Frage, ob du ausbilden darfst, bis zur Prüfung deines Azubis. Zu jeder Station gibt es das Wichtigste in Kürze, einen Ratgeber zum Vertiefen und, wo es passt, ein Werkzeug.

  • 10Stationen bis zur fertigen Fachkraft
  • mit deiner Kammer an der Seite
  • ohne Anmeldung lesbar
  1. Station 1 von 10

    Darf mein Betrieb ausbilden?

    Wann: ganz am Anfang, bevor du eine Stelle ausschreibst

    Kurz erklärt

    Ausbilden darf ein Betrieb, wenn er als Ausbildungsstätte geeignet ist und jemand persönlich und fachlich geeignet ist, die Ausbildung zu verantworten. Diese Person weist ihre Ausbildereignung meist mit dem Ausbilderschein nach der AEVO nach, ein Meister hat ihn oft schon.

    • Such dir den anerkannten Ausbildungsberuf, der zu deinen Aufgaben passt.
    • Leg fest, wer ausbildet: mit passendem Abschluss, Berufserfahrung und Ausbilderschein.
    • Fehlen deinem Betrieb Inhalte, helfen ein Partnerbetrieb oder überbetriebliche Lehrgänge.
  2. Station 2 von 10

    Bei IHK oder Handwerkskammer melden

    Kurz erklärt

    Dein wichtigster Ansprechpartner ist die zuständige Kammer, meist die IHK oder die Handwerkskammer. Ihre Ausbildungsberatung prüft mit dir, ob dein Betrieb geeignet ist, und hilft kostenlos bei allen weiteren Schritten.

    • Ruf die Ausbildungsberatung an und vereinbare einen Termin.
    • Rechne mit einem Fragebogen und einem Gespräch, manchmal mit einem Besuch im Betrieb.
    • Frag gleich nach Vertragsmuster, Vorlage für den Ausbildungsplan und Prüfungsterminen.
  3. Station 3 von 10

    Ausbildungsplatz beschreiben

    Wann: rund ein Jahr vor dem Start, denn viele Schüler entscheiden sich früh

    Kurz erklärt

    Schüler wollen in einer Anzeige vor allem wissen, was sie bei dir jeden Tag machen, was sie verdienen und wer sie begleitet. Schreib kurz, konkret und so, dass man die Anzeige am Handy in einer Minute versteht.

    • Nenn Beruf, Start, Vergütung und den Ort ganz oben.
    • Zeig einen echten Arbeitstag statt Floskeln wie „dynamisches Team“.
    • Verlang nur die Unterlagen, die du wirklich brauchst.
  4. Station 4 von 10

    Bewerber finden

    Kurz erklärt

    Gute Bewerber kommen selten von allein, gerade in Handwerk und Gastronomie. Am besten wirken mehrere Wege zugleich: Schulen und Praktika, dein eigenes Team und Kanäle, auf denen Jugendliche wirklich unterwegs sind.

    • Biete Praktika an, viele Azubis kommen über ein Praktikum.
    • Geh auf Schulen in deiner Nähe zu, etwa mit Betriebsbesuchen.
    • Antworte jedem Bewerber innerhalb weniger Tage.
  5. Station 5 von 10

    Gespräch und Probetag

    Kurz erklärt

    Für viele Schüler ist das Gespräch bei dir das erste ihres Lebens. Ein lockeres Gespräch und ein Probetag zeigen dir mehr über Motivation und Geschick als jedes Zeugnis.

    • Frag nach Hobbys, Lieblingsfächern und was jemand gern anpackt.
    • Lass beim Probetag echte, kleine Aufgaben machen und gib am Ende Rückmeldung.
    • Sag zeitnah zu oder ab, sonst unterschreibt der Bewerber woanders.
  6. Station 6 von 10

    Vertrag und Vergütung

    Wann: sobald ihr euch einig seid, spätestens vor Beginn

    Kurz erklärt

    Den wesentlichen Inhalt des Ausbildungsvertrags hältst du vor Beginn in Textform fest und beantragst gleich danach die Eintragung bei der Kammer. Für einen Start 2027 beträgt die gesetzliche Mindestvergütung 764 € im ersten Jahr, außer ein Tarifvertrag regelt etwas anderes.

    • Im Vertrag stehen unter anderem Beginn, Dauer, Probezeit, Vergütung, Urlaub und der Ausbildungsplan.
    • Mindestvergütung 2027: 764 €, 902 €, 1.031 € und 1.070 € im 1. bis 4. Jahr.
    • Bei Azubis unter 18 unterschreiben die Eltern mit, und du brauchst die ärztliche Erstuntersuchung.
  7. Station 7 von 10

    Ausbildungsplan, Berufsschule, erster Tag

    Wann: meist am 1. August oder 1. September

    Kurz erklärt

    Vor dem Start meldest du deinen Azubi bei der Berufsschule und bei der Krankenkasse an und legst mit dem Ausbildungsplan fest, wer ihm wann was beibringt. Am ersten Tag zählt eine feste Ansprechperson mehr als jede Mappe.

    • Für die Berufsschule stellst du deinen Azubi frei und zahlst weiter.
    • Arbeitskleidung, Werkzeug und ein eigener Platz liegen am ersten Tag bereit.
    • Plan die ersten zwei Wochen mit Rundgang, Team und einer ersten echten Aufgabe.
  8. Station 8 von 10

    Die Probezeit nutzen

    Wann: die ersten ein bis vier Monate

    Kurz erklärt

    Die Probezeit dauert mindestens einen und höchstens vier Monate, in dieser Zeit können beide Seiten ohne Frist kündigen. Nutze sie, um früh und offen zu sprechen, ob es für beide passt.

    • Vereinbare feste Gespräche, etwa nach zwei Wochen und vor dem Ende der Probezeit.
    • Sprich Probleme gleich an, nicht erst am letzten Tag.
    • Nach der Probezeit kannst du nur noch aus wichtigem Grund kündigen.
  9. Station 9 von 10

    Während der Ausbildung

    Kurz erklärt

    Viele Ausbildungen enden vorzeitig, oft wegen Konflikten oder falscher Erwartungen, und die ersten Monate sind dabei entscheidend. Regelmäßige Gespräche, ein Pate im Team und ein Blick auf die Berufsschule halten deinen Azubi an Bord.

    • Unterschreib den Ausbildungsnachweis regelmäßig, er ist Voraussetzung für die Prüfung.
    • Achte auf Warnsignale wie Fehltage oder sinkende Noten und sprich sie an.
    • Bei Schwierigkeiten helfen die Ausbildungsberatung der Kammer und die Agentur für Arbeit.
  10. Station 10 von 10

    Prüfung und was danach kommt

    Wann: Zwischenprüfung etwa zur Mitte, Abschluss am Ende

    Kurz erklärt

    Zur Prüfung meldest du deinen Azubi bei der Kammer an, die Termine nennt sie dir. Die Ausbildung endet mit dem bestandenen Abschluss, und arbeitet dein Azubi danach einfach weiter, gilt ein unbefristetes Arbeitsverhältnis als vereinbart.

    • Für Prüfungen stellst du frei, vor der schriftlichen Abschlussprüfung auch am Arbeitstag davor.
    • Die Prüfungsgebühren der Kammer trägt in der Regel dein Betrieb.
    • Sprich rechtzeitig über die Übernahme, damit dein Azubi nicht woanders unterschreibt.
  11. Geschafft: Du hast deine erste eigene Fachkraft.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es bis zum ersten Azubi?

Zwischen der Idee und dem ersten Ausbildungstag liegen meist mehrere Monate. Viele Schüler entscheiden sich etwa ein Jahr vor dem Start, deshalb lohnt es sich, Eignung und Kammer früh zu klären und die Stelle rechtzeitig auszuschreiben.

Muss ich als Inhaber selbst den Ausbilderschein machen?

Nein. Du kannst einen Mitarbeiter als Ausbilder benennen, der fachlich geeignet ist und seine Ausbildereignung nachweist, meist mit der Prüfung nach der AEVO. Ob in deinem Fall eine Ausnahme gilt, sagt dir die Kammer.

Was kostet ein Azubi meinen Betrieb?

Laut BIBB-Erhebung 2022/2023 lagen die Bruttokosten im Schnitt bei 26.210 Euro im Jahr. Weil Azubis mitarbeiten, blieben nach Abzug der Erträge rund 8.086 Euro. Deinen eigenen Fall rechnest du im Kostenrechner aus.

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Azubis finden ohne Stellenanzeige

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