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Was kostet ein Azubi? Alle Kosten, der Nutzen und ein Rechner für deinen Betrieb

Aktualisiert am 28.09.2026 · 6 Minuten Lesezeit

Ein Azubi kostet Geld, aber er arbeitet auch mit, und nach der Prüfung hast du eine Fachkraft, die deinen Betrieb kennt. Hier siehst du, welche Kosten anfallen und was die Ausbildung laut Bundesinstitut für Berufsbildung im Schnitt einbringt. Mit dem Rechner prüfst du deinen eigenen Fall.

Das Wichtigste in Zahlen

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) befragt in regelmäßigen Abständen Tausende Ausbildungsbetriebe nach den Kosten und Erträgen ihrer Ausbildung. In der aktuellen Erhebung für das Ausbildungsjahr 2022/2023 kam ein Azubi im Durchschnitt auf diese Werte:

26.210 € Bruttokosten pro Azubi und Jahr
18.124 € Erträge pro Jahr durch die Arbeit des Azubis
8.086 € Nettokosten pro Jahr, die unterm Strich bleiben

Knapp 70 Prozent seiner Kosten holt ein Azubi im Schnitt also durch seine Arbeit wieder herein. Bei etwa jedem vierten Azubi lagen die Erträge sogar über den Kosten. Die Spannweite ist groß: Beruf, Betriebsgröße und wie früh ein Azubi mitarbeitet, machen viel aus.

Rechne deinen Fall durch

Der Rechner zeigt, was ein Azubi über die ganze Ausbildung kostet. Wenn du einen Beruf auswählst, trägt er Tarifbeispiele für die Vergütung ein, die du an deinen Betrieb anpassen kannst. Die Erträge durch die Mitarbeit ziehst du auf Wunsch ab, grob mit dem BIBB-Schnitt, denn wie viel ein Azubi erwirtschaftet, hängt stark von deinem Betrieb ab.

…Kosten über die ganze Ausbildung
…im Schnitt pro Monat

    Richtwerte zum Planen, keine Beratung. Der Arbeitgeberanteil hängt von Krankenkasse, Umlagen und Berufsgenossenschaft ab. Gerechnet wird mit 46 Arbeitswochen im Jahr. Der Anteil der Mitarbeit stammt aus der BIBB-Kosten-Nutzen-Erhebung 2022/2023 und schwankt je Beruf und Betrieb stark. Deine Eingaben bleiben in deinem Browser.

    Probier ruhig mehrere Varianten aus, etwa mit anderen Vergütungen oder mehr Ausbilderzeit. So siehst du schnell, welcher Posten bei dir am stärksten ins Gewicht fällt und wo du planen musst.

    Die Kostenposten im Einzelnen

    Ausbildungsvergütung

    Der größte Posten. Die Vergütung muss angemessen sein und jedes Jahr steigen (§ 17 BBiG). Für Ausbildungen mit Beginn 2026 liegt die gesetzliche Mindestvergütung bei 724 Euro im ersten, 854 im zweiten, 977 im dritten und 1.014 Euro im vierten Jahr, jeweils pro Monat. Tarife liegen häufig darüber: Im Schnitt zahlten Betriebe laut BIBB 11.601 Euro Bruttovergütung pro Azubi und Jahr (2022/2023).

    Sozialversicherung

    Auf die Vergütung zahlst du die Arbeitgeberanteile zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung, dazu Umlagen und den Beitrag zur Berufsgenossenschaft. Das BIBB kam 2022/2023 auf 2.900 Euro gesetzliche Sozialleistungen pro Azubi und Jahr. Tarifliche oder freiwillige Extras wie Urlaubs-, Weihnachts- oder Fahrgeld kosteten im Schnitt weitere 1.307 Euro.

    Zeit der Ausbilder

    Wer ausbildet, erklärt, zeigt vor und kontrolliert und schafft in dieser Zeit weniger eigene Arbeit. Das BIBB bewertet diesen Aufwand mit 6.471 Euro pro Azubi und Jahr, rund ein Viertel der Bruttokosten. Im Rechner trägst du dafür deine Stunden pro Woche und die Kosten einer Ausbilderstunde ein.

    Material, Kleidung, Kammer und Kurse

    Werkzeuge, Werkstoffe und Fachliteratur, die dein Azubi für Ausbildung und Prüfungen braucht, stellst du kostenlos (§ 14 BBiG). Dazu kommen Arbeits- und Schutzkleidung, Lernmaterial, Kammergebühren, externe Kurse wie überbetriebliche Lehrgänge, die Verwaltung und die Suche nach Bewerbern. Das BIBB rechnet dafür im Schnitt 2.783 Euro pro Jahr, für Maschinen, Geräte und Übungsmaterial weitere 1.148 Euro.

    Prüfungen und Berufsschule

    Die Abschlussprüfung ist für Azubis gebührenfrei (§ 37 BBiG), die Prüfungsgebühren der Kammer trägt in der Regel der Betrieb. Für Berufsschule und Prüfungen stellst du deinen Azubi frei und zahlst die Vergütung weiter (§ 15 und § 19 BBiG). Im Rechner ist das schon enthalten, weil die Vergütung für das ganze Jahr zählt.

    Was ein Azubi deinem Betrieb bringt

    Azubis arbeiten vom ersten Tag an mit, anfangs bei einfachen Aufgaben, später immer öfter bei Arbeiten, die sonst eine Fachkraft erledigt. Laut BIBB waren Azubis im Schnitt an 103 Tagen im Jahr produktiv im Einsatz. Deshalb sinken die Nettokosten im Laufe der Ausbildung deutlich: In dreijährigen Berufen lagen sie im ersten Jahr bei 11.818 Euro, im dritten nur noch bei 3.534 Euro.

    Ein großer Teil des Nutzens kommt erst nach der Prüfung. Wer seine Azubis übernimmt, spart die Suche nach Fachkräften. Die kostete Betriebe laut BIBB im Schnitt 13.689 Euro pro neu eingestellter Fachkraft, vor allem für die Einarbeitung. Dazu kommt die Zeit, in der eine Stelle leer bleibt: Kleinstbetriebe schätzten sie auf rund 19 Wochen, Großbetriebe auf etwa 10 Wochen. Passend dazu wollen laut BIBB fast drei Viertel der Ausbildungsbetriebe alle ihre Azubis nach der Ausbildung übernehmen.

    Und ein selbst ausgebildeter Mitarbeiter kennt deine Abläufe, deine Kunden und dein Team. Das steht in keiner Tabelle, du merkst es aber ab seinem ersten Tag als Fachkraft.

    Beispiele aus einzelnen Berufen

    Je nach Beruf sehen die Zahlen sehr unterschiedlich aus. Hier einige Durchschnittswerte pro Azubi und Jahr aus der BIBB-Erhebung 2022/2023, jeweils Bruttokosten, Erträge und Nettokosten:

    Hohe Nettokosten sind kein schlechtes Zeichen. Oft stecken Lehrwerkstätten und lange Lernzeiten dahinter. In Betrieben mit Lehrwerkstatt waren die Nettokosten laut BIBB beinahe doppelt so hoch wie ohne.

    So bleibt die Rechnung im Rahmen

    Wie du Azubis gut durch die Ausbildung bringst, steht im Ratgeber Ausbildungsabbruch vermeiden. Wenn du noch nicht ausbildest, lies zuerst Ausbildungsbetrieb werden.

    Alle BIBB-Zahlen sind Durchschnittswerte aus der Kosten-Nutzen-Erhebung für das Ausbildungsjahr 2022/2023. Die Vergütungen sind seitdem gestiegen. Für deine Planung zählen deine eigenen Werte, dafür ist der Rechner da. Er ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung.

    Häufige Fragen

    Was kostet ein Azubi im Monat?

    Das hängt vor allem von der Vergütung ab. Laut BIBB lagen die Bruttokosten im Ausbildungsjahr 2022/2023 im Schnitt bei 26.210 Euro im Jahr, also bei rund 2.200 Euro im Monat. Zieht man die Erträge durch die Mitarbeit ab, blieben rund 670 Euro im Monat.

    Wie hoch ist die Mindestvergütung für Azubis?

    Für Ausbildungen mit Beginn 2026 sind es 724 Euro im ersten, 854 im zweiten, 977 im dritten und 1.014 Euro im vierten Jahr, jeweils pro Monat. Die Werte für einen Beginn 2027 veröffentlicht das zuständige Bundesministerium bis spätestens 1. November 2026. Tarifgebundene Betriebe zahlen nach Tarif.

    Wer zahlt die Prüfungsgebühren?

    Die Abschlussprüfung ist für Azubis gebührenfrei (§ 37 BBiG). Die Gebühren der Kammer trägt deshalb in der Regel der Ausbildungsbetrieb. Wie hoch sie sind, steht in der Gebührenordnung deiner Kammer.

    Gibt es Zuschüsse für Ausbildungsbetriebe?

    In bestimmten Fällen ja. Die Agentur für Arbeit bezuschusst zum Beispiel die Einstiegsqualifizierung und übernimmt die Kosten der Assistierten Ausbildung, wenn ein Azubi Unterstützung braucht. Dazu kommen Programme der Länder. Der Arbeitgeber-Service der Agentur berät dich.

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