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Azubi-Marketing auf Social Media: Instagram, TikTok und deine Azubis als Gesicht

Aktualisiert am 28.09.2026 · 5 Minuten Lesezeit

Jugendliche lesen kaum noch Zeitungsanzeigen, sie scrollen. Wer dort nicht auftaucht, bleibt für viele Schüler unsichtbar. Du brauchst dafür keine Agentur und kein Filmteam, sondern ein Handy, etwas Mut und Azubis, die Lust haben mitzumachen.

Wo Jugendliche unterwegs sind

Jugendliche sind vor allem auf Instagram, TikTok und YouTube unterwegs, dazu kommt WhatsApp für alles Persönliche. Facebook eignet sich eher, um Eltern zu erreichen. Du musst nicht überall sein. Such dir eine Plattform aus, die du regelmäßig bespielen kannst, und fang dort an.

Deine Azubis als Gesicht

Ein 17-Jähriger, der erzählt, warum er sich für den Beruf entschieden hat, überzeugt Gleichaltrige eher als jeder Chef vor der Kamera. Frag deine Azubis, wer Lust hat, und gib ihnen Freiraum: eigene Ideen, eigene Sprache, eigener Humor. Eine Idee für den Anfang: Die Azubis übernehmen den Kanal für einen Tag und zeigen ihren Alltag.

Social Media ist Arbeit. Plane die Zeit dafür als Arbeitszeit ein und achte darauf, dass die Ausbildung nicht zu kurz kommt. Leg ein paar Regeln fest, etwa was nie gezeigt wird, und wer vor dem Posten einmal draufschaut. Und niemand muss mitmachen, der nicht will.

Bereite deine Azubis auch darauf vor, dass nicht jeder Kommentar freundlich ist. Macht vorher aus, wer auf Kommentare antwortet, und lösch Beleidigungen schnell. Wer sich für deinen Betrieb zeigt, braucht deine Rückendeckung.

Einblicke statt Hochglanz

Hochglanzvideos wirken schnell wie Werbung. Besser kommen echte Momente aus dem Alltag an, mit dem Handy gefilmt. Ideen, die sich in fast jedem Betrieb umsetzen lassen:

Jeder Beitrag sollte zu einem einfachen nächsten Schritt führen: ein Link zur Ausbildungsseite, eine Nummer für eine Nachricht, ein Termin für den Tag der offenen Tür. Und nenne ruhig auch in Posts die Vergütung.

Instagram, TikTok, YouTube und WhatsApp-Kanäle

Instagram

Gut für Fotos, kurze Videos und Storys. In den Storys kannst du Fragen stellen und Umfragen machen, das bringt dich mit Jugendlichen ins Gespräch. Hefte einen Beitrag mit allen Infos zur Ausbildung oben in deinem Profil an.

TikTok

Auf TikTok können auch Videos von kleinen Konten viele Menschen erreichen, wenn sie gut ankommen. Das ist eine Chance für kleine Betriebe. Probier kurze, ehrliche Clips mit Untertiteln und einem klaren Einstieg, der in den ersten Sekunden neugierig macht.

YouTube

Für längere Videos, etwa einen Rundgang durch den Betrieb oder ein Gespräch mit deinen Azubis, passt YouTube. Solche Videos kannst du auch auf deiner Website einbinden oder bei einem Schulbesuch zeigen. Kurze Ausschnitte daraus funktionieren dann wieder auf Instagram und TikTok.

WhatsApp-Kanäle

Über einen WhatsApp-Kanal verschickst du Neuigkeiten an alle, die ihm folgen: freie Praktikumsplätze, Termine, neue Ausbildungsstellen. Ein QR-Code auf Flyern, am Messestand oder im Klassenzimmer führt direkt zum Kanal. Für Bewerbungen per WhatsApp eignet sich ein eigenes Geschäftskonto besser als das private Handy. Kläre vorher mit deinem Datenschutzbeauftragten, wie du Nachrichten und Kontakte speicherst.

Datenschutz und Einwilligung

Fotos und Videos von Menschen darfst du nur mit deren Einwilligung veröffentlichen (Recht am eigenen Bild, § 22 Kunsturhebergesetz). Weil deine Azubis von dir abhängig sind, muss die Einwilligung wirklich freiwillig sein: Wer nicht mitmachen will, darf keinen Nachteil haben. Hol sie schriftlich oder elektronisch ein und erkläre, wofür du die Aufnahmen nutzt und dass man die Einwilligung widerrufen kann (§ 26 Bundesdatenschutzgesetz).

Bei Azubis und Praktikanten unter 18 brauchst du in der Regel zusätzlich die Einwilligung der Eltern. Zeig keine Nachnamen, Wohnorte oder Schulen, und nimm Beiträge herunter, wenn jemand seine Einwilligung zurückzieht, auch nach dem Ende der Ausbildung. Ein Firmenprofil braucht außerdem in der Regel ein Impressum (§ 5 Digitale-Dienste-Gesetz).

Das ist keine Rechtsberatung. Wenn du unsicher bist, frag deinen Datenschutzbeauftragten oder deine Kammer, bevor du Aufnahmen von Azubis veröffentlichst.

So startest du

  1. Ziel festlegen Willst du Praktikanten finden, Bewerbungen für den nächsten Ausbildungsstart bekommen oder deinen Betrieb bekannter machen? Das bestimmt, was du postest.
  2. Eine Plattform wählen Lieber ein Kanal, den ihr regelmäßig füllt, als drei, die nach einem Monat verstauben.
  3. Team und Regeln klären Wer macht mit, wer schaut vor dem Posten drüber, was wird nie gezeigt? Die Einwilligungen holst du gleich mit ein.
  4. Ideen sammeln Zehn Ideen auf einem Zettel reichen für die ersten Wochen. Die Liste oben ist ein Anfang.
  5. Regelmäßig posten Ein fester Rhythmus, etwa ein Beitrag pro Woche, ist besser als fünf auf einmal und dann Funkstille.
  6. Auswerten Frag neue Praktikanten und Bewerber, wie sie auf euch gekommen sind. So siehst du, was wirklich wirkt.

Social Media ist ein Weg von vielen. Welche anderen sich lohnen, steht im Ratgeber Azubis finden. Wie du danach eine Anzeige schreibst, die Schüler wirklich lesen, zeigt Stellenanzeige für Azubis.

Häufige Fragen

Darf ich Fotos von minderjährigen Azubis posten?

Ja, wenn der Azubi einverstanden ist und in der Regel auch die Eltern zustimmen. Hol die Einwilligung schriftlich oder elektronisch ein und erkläre, wofür du die Bilder nutzt und dass man sie widerrufen kann. Im Zweifel fragst du deinen Datenschutzbeauftragten.

Welche Plattform eignet sich für Azubi-Marketing?

Die, die du regelmäßig bespielen kannst. Instagram passt für Fotos, Storys und kurze Videos, TikTok für kurze Clips, die auch von kleinen Konten viele erreichen können, WhatsApp-Kanäle für Neuigkeiten an Interessierte.

Wie oft sollte ich posten?

Regelmäßig ist wichtiger als oft. Ein Beitrag pro Woche, den du durchhältst, bringt mehr als fünf Beiträge in einer Woche und danach Funkstille.

Brauche ich eine Agentur für Social Media?

Nein. Echte Einblicke mit dem Handy wirken oft glaubwürdiger als teure Produktionen. Eine Agentur kann beim Start helfen, die Inhalte sollten aber aus deinem Betrieb kommen.

Azubis finden ohne Stellenanzeige

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