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Azubis über Schulen finden: Kooperationen, Praktika und Berufsorientierung
Aktualisiert am 28.09.2026 · 5 Minuten Lesezeit
Viele deiner künftigen Azubis sitzen heute noch in einer Schule in deiner Nähe. Wer dort früh mit Praktika, Besuchen und Gesprächen präsent ist, braucht später weniger Anzeigen. So startest du eine Kooperation, die beiden Seiten etwas bringt.
Warum sich der Weg über die Schule lohnt
In den letzten Schuljahren beschäftigen sich Jugendliche mit Praktika, Berufsberatung und Bewerbungstraining. In dieser Zeit entscheidet sich oft, welche Berufe sie sich überhaupt vorstellen können. Betriebe, die sie in dieser Zeit schon kennengelernt haben, sind im Vorteil.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) empfiehlt Praktika und Betriebsbesuche, damit Jugendliche ihre Berufswahl gut überlegt treffen. Das hilft auch dir: Wer vorher weiß, was ihn erwartet, merkt nicht erst in der Ausbildung, dass er sich den Beruf anders vorgestellt hat. Und Praktika binden: Wer sich bei dir wohlgefühlt hat, bewirbt sich eher bei dir.
So startest du eine Kooperation
- Schule auswählen Nimm eine Schule in der Nähe, deren Schüler zu deinen Berufen passen. Haupt-, Real- und Gesamtschule, Gymnasium oder Förderschule: Überall gibt es Jugendliche, die zu dir passen können.
- Den richtigen Kontakt finden Frag im Sekretariat nach der Lehrkraft, die für Berufsorientierung zuständig ist. Die Schulleitung entscheidet am Ende mit.
- Ein konkretes Angebot machen Zum Beispiel zwei Praktikumsplätze pro Schuljahr, ein Betriebsbesuch für eine Klasse und ein Termin, an dem deine Azubis im Unterricht erzählen.
- Früh planen Praktikumszeiten und Projekttage stehen an vielen Schulen lange vorher fest. Sprich die Schule deshalb im Frühjahr für das nächste Schuljahr an.
- Kurz schriftlich festhalten Eine Seite reicht: wer was anbietet, wer auf beiden Seiten Ansprechpartner ist und wann ihr euch wieder zusammensetzt.
- Jedes Jahr wiederholen Eine Kooperation lebt davon, dass jeder neue Jahrgang deinen Betrieb kennenlernt.
Viele Industrie- und Handelskammern vermitteln solche Bildungspartnerschaften zwischen Schulen und Betrieben und bieten Leitfäden dafür an. Frag bei deiner Kammer nach, ob es in deiner Region ein Programm gibt.
Was du Schulen anbieten kannst
- Schülerpraktikum: Jugendliche arbeiten eine Zeit lang bei dir mit und sehen den echten Alltag.
- Betriebsbesuch: Eine Klasse schaut sich einen Vormittag lang deinen Betrieb an, am besten mit Stationen zum Mitmachen.
- Azubis im Unterricht: Deine Azubis erzählen, wie sie zu ihrem Beruf gekommen sind. Das BIBB empfiehlt ausdrücklich, Azubis als Botschafter in Schulen zu schicken.
- Bewerbungstraining: Du übst mit Schülern ein Vorstellungsgespräch. Das nimmt ihnen die Angst, und du lernst sie kennen.
- Projekte: Eine Klasse baut mit deinen Azubis ein Werkstück oder löst eine echte Aufgabe aus deinem Betrieb.
- Elternabend: Stell die Ausbildung dort vor, wo die Eltern sind. Sie reden bei der Berufswahl kräftig mit.
- Nachmittag für Lehrkräfte: Lade die Lehrkräfte selbst in deinen Betrieb ein. Wer deine Berufe einmal gesehen hat, kann Schülern viel besser erklären, was dort passiert.
Das Schülerpraktikum gut aufziehen
Ein Praktikum, in dem jemand eine Woche lang nur zuschaut oder Regale einräumt, schadet deinem Ruf mehr, als es nützt. Plane deshalb vorher: Wer ist Ansprechpartner, welche Aufgaben kann ein Schüler selbst erledigen, wann ist Zeit für Fragen? Am letzten Tag lohnt ein kurzes Gespräch darüber, wie es war und ob eine Ausbildung bei dir infrage kommt.
Ein einfacher Plan für eine Praktikumswoche: Am ersten Tag gibt es einen Rundgang, die Vorstellung im Team und die Unterweisung über Unfall- und Gesundheitsgefahren. An den folgenden Tagen lernt der Schüler jeweils eine Station mit einer echten Aufgabe kennen. Am Ende steht ein kleines eigenes Ergebnis, das er mitnehmen oder zeigen kann.
Für Praktikanten unter 18 gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz. Wer noch vollzeitschulpflichtig ist, darf nur leichte, geeignete Aufgaben übernehmen, höchstens sieben Stunden am Tag und 35 Stunden in der Woche (§ 5 und § 7 JArbSchG). Den Mindestlohn musst du bei einem Pflichtpraktikum der Schule nicht zahlen, bei Jugendlichen unter 18 ohne Berufsabschluss ebenfalls nicht (§ 22 MiLoG). Versicherung und Aufsicht klärst du vorher mit der Schule.
Behalte gute Praktikanten im Blick. Frag am Ende, ob du dich zum Beispiel vor dem nächsten Bewerbungsstart melden darfst, und notiere dir die Antwort. Ohne dieses Einverständnis nutzt du die Kontaktdaten besser nicht für spätere Angebote.
Jimmy für Schulen: was das für dich bedeutet
Schulen können Jimmy für die Berufsorientierung nutzen. Schüler führen im Unterricht oder zu Hause ein kurzes Chat-Interview, ganz ohne Anschreiben und Lebenslauf. Mit der Talentanalyse bekommen sie Vorschläge für Berufe, die zu ihren Stärken passen, und sehen freie Stellen dazu. Lehrkräfte behalten in einem Klassen-Dashboard den Überblick, die Chats zwischen Schülern und Betrieben bleiben privat.
Für dich heißt das: Schüler, die Jimmy über ihre Schule nutzen und zugestimmt haben, für Betriebe sichtbar zu sein, kannst du mit einem Zugang für deinen Betrieb finden und anfragen. Wenn du mit einer Schule zusammenarbeitest, erzähl ihr davon. Alles Weitere für Schulen steht auf der Seite Jimmy für Schulen.
Dranbleiben: aus Kontakten werden Bewerbungen
Eine Kooperation bringt erst dann Bewerbungen, wenn sie dauerhaft läuft. Diese Gewohnheiten helfen:
- Ein fester Ansprechpartner in deinem Betrieb, der die Schule kennt.
- Ein Termin pro Halbjahr mit der Lehrkraft für Berufsorientierung.
- Einladungen zum Tag der offenen Tür für Schüler und Eltern.
- Interessierten Jugendlichen ein zweites Praktikum anbieten.
- Freie Ausbildungsstellen früh an die Schule schicken.
- Nach jedem Schuljahr auswerten, was Bewerbungen gebracht hat.
Weitere Wege, um an Azubis zu kommen, findest du im Ratgeber Azubis finden. Wie du Schüler auf Instagram und TikTok erreichst, steht in Azubi-Marketing auf Social Media.
Häufige Fragen
Muss ich Schüler im Praktikum bezahlen?
Bei einem Pflichtpraktikum der Schule nicht, es fällt nicht unter den Mindestlohn. Auch für Jugendliche unter 18 ohne Berufsabschluss gilt der Mindestlohn nicht (§ 22 MiLoG). Eine kleine Anerkennung zum Abschluss kommt trotzdem gut an.
Wie lange darf ein Schüler im Praktikum arbeiten?
Wer noch vollzeitschulpflichtig ist, höchstens sieben Stunden am Tag und 35 Stunden in der Woche, und nur mit leichten, geeigneten Aufgaben (§ 5 und § 7 JArbSchG). Pausen und weitere Schutzregeln kommen dazu. Im Zweifel fragst du die Schule oder deine Kammer.
Welche Schule passt zu meinem Betrieb?
Am besten eine in der Nähe, damit Schüler dich ohne Auto erreichen. Die Schulform ist zweitrangig: An jeder Schule gibt es Jugendliche, die zu deinen Berufen passen können. Probier es mit einer Schule aus und bleib dran.
Was hat meine Partnerschule von Jimmy?
Schüler finden über ein Chat-Interview und eine Talentanalyse Berufe, die zu ihnen passen, ohne Anschreiben und Lebenslauf. Lehrkräfte sehen in einem Dashboard, wer wie weit ist. Schüler, die zustimmen, können danach auch von Betrieben gefunden werden.
Azubis finden ohne Stellenanzeige
Bei Jimmy stellen sich Schüler mit einem kurzen Profil vor, ohne Anschreiben und Lebenslauf. Du siehst, wer zu deinem Betrieb passt, und fragst direkt an.
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