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Für Schüler · Ratgeber
Praktikum finden: Schülerpraktikum, Schnupperpraktikum und Ferienpraktikum
Aktualisiert am 28.09.2026 · 5 Minuten Lesezeit
Mit einem Praktikum lernst du einen Beruf von innen kennen, bevor du dich festlegst. Manchmal wird daraus sogar direkt ein Ausbildungsplatz. Hier erfährst du, welche Arten von Praktika es gibt, wie du einen Platz findest und wie du richtig fragst.
Welche Praktika es gibt
Schülerpraktikum
Das Schülerpraktikum, auch Betriebspraktikum genannt, gehört zum Unterricht. Wann und wie lange es stattfindet, legt deine Schule fest. Den Platz suchst du dir aber meistens selbst.
Schnupperpraktikum
Ein Schnupperpraktikum dauert oft nur ein paar Tage. Du machst es freiwillig, zum Beispiel an einem Brückentag oder in den Ferien. So testest du schnell, ob ein Beruf etwas für dich ist. Auch der Girls’Day und der Boys’Day sind eine gute Gelegenheit für einen ersten Einblick.
Ferienpraktikum
In den Ferien kannst du freiwillig ein längeres Praktikum machen. Damit zeigst du Betrieben, dass du dich wirklich interessierst, und du bekommst einen tieferen Einblick als in ein paar Tagen.
Praxistage
Manche Schulen haben außerdem feste Praxistage, an denen du über Wochen oder Monate regelmäßig in einem Betrieb bist. So lernst du einen Beruf besonders gut kennen, und der Betrieb lernt dich kennen.
Wo du Praktikumsplätze findest
- Betriebe in deiner Nähe: Werkstätten, Arztpraxen, Supermärkte, Hotels, Handwerksbetriebe. Viele nehmen Praktikanten, auch wenn sie es nirgends ausschreiben.
- Familie und Freunde: Frag herum, wo deine Eltern, Verwandten oder die Eltern von Freunden arbeiten. Ein persönlicher Kontakt öffnet viele Türen.
- Schule und Berufsberatung: Lehrkräfte und die Berufsberatung der Agentur für Arbeit kennen oft Betriebe, die regelmäßig Schüler nehmen.
- Kammern: Viele Industrie- und Handelskammern und Handwerkskammern haben eigene Praktikumsbörsen.
- Messen: Auf Ausbildungsmessen kannst du Betriebe direkt nach einem Praktikum fragen.
Du weißt noch nicht, welcher Beruf dich interessiert? Dann fang mit dem Schnell-Check oder der Talentanalyse bei Jimmy an. Danach suchst du gezielt Betriebe, zum Beispiel für ein Praktikum als Kfz-Mechatroniker, Medizinischer Fachangestellter oder Gärtner im Garten- und Landschaftsbau.
So fragst du nach einem Praktikum
Am schnellsten geht es oft am Telefon oder persönlich. Kleine Betriebe freuen sich meist, wenn du einfach vorbeikommst, am besten nicht gerade zur Stoßzeit.
Am Telefon kann das so klingen: „Guten Tag, mein Name ist Lena. Ich gehe in die neunte Klasse und suche für mein Schülerpraktikum im Frühjahr einen Platz. Nehmen Sie Praktikanten, und mit wem kann ich darüber sprechen?“
- Vorbereiten Schreib dir auf, in welchem Zeitraum du Zeit hast und warum dich der Beruf interessiert.
- Kontakt aufnehmen Ruf an, geh vorbei oder schreib eine kurze E-Mail. Frag nach der Person, die für Praktika zuständig ist.
- Kurz vorstellen Nenn Name, Schule, Klasse und Zeitraum, dazu einen Satz, warum du gerade zu diesem Betrieb willst.
- Nachfassen Nach einer Woche noch keine Antwort? Frag freundlich noch einmal nach.
Wenn du lieber schreibst, kannst du diese Vorlage anpassen. Im Brief an den Betrieb schreibst du Sie.
Betreff: Anfrage Praktikum vom [Datum] bis [Datum] Guten Tag [Frau oder Herr Nachname], ich heiße [Vorname Nachname] und gehe in die [Klasse] der [Schule] in [Ort]. Vom [Datum] bis [Datum] suche ich einen Platz für mein [Schülerpraktikum oder Ferienpraktikum]. Ich interessiere mich für den Beruf [Beruf], weil [ein ehrlicher Grund]. Bei Ihnen würde ich gern sehen, wie der Alltag in diesem Beruf aussieht. Hätten Sie in diesem Zeitraum Platz für mich? Ich komme auch gern persönlich vorbei. Viele Grüße [Vorname Nachname] [Telefonnummer]
Das gilt für dich im Praktikum
Bist du unter 18, gilt für dich das Jugendarbeitsschutzgesetz. Es legt unter anderem fest, wie lange du arbeiten darfst:
Außerdem stehen dir Pausen zu: mindestens 30 Minuten, wenn du mehr als viereinhalb Stunden arbeitest, und eine Stunde bei mehr als sechs Stunden. Gearbeitet wird grundsätzlich nur zwischen 6 und 20 Uhr und an höchstens fünf Tagen in der Woche.
Schülerpraktika werden in der Regel nicht bezahlt. Wenn dir etwas komisch vorkommt, zum Beispiel sehr lange Arbeitszeiten oder gefährliche Aufgaben ohne Anleitung, sprich mit deiner Lehrkraft oder deinen Eltern.
So machst du das Beste daraus
- Sei jeden Tag pünktlich und sag Bescheid, wenn du krank bist.
- Frag nach, wenn du etwas nicht verstehst.
- Biete deine Hilfe an, statt zu warten, bis dir jemand etwas gibt.
- Schreib dir abends kurz auf, was du gemacht hast.
- Bitte am Ende um eine Praktikumsbescheinigung oder Beurteilung.
- Frag, ob der Betrieb ausbildet und wie du dich bewerben kannst.
Viele Betriebe lernen ihre späteren Azubis im Praktikum kennen. Wenn es dir gefallen hat, bleib in Kontakt. Mit einem Praktikum im Rücken fällt dir auch die Bewerbung ohne Anschreiben leichter.
Häufige Fragen
Wird ein Schülerpraktikum bezahlt?
In der Regel nicht. Beim Praktikum geht es ums Kennenlernen, nicht ums Geldverdienen. Manche Betriebe geben dir trotzdem eine kleine Anerkennung oder übernehmen das Mittagessen.
Wie lange darf ich im Praktikum arbeiten?
Solange du noch vollzeitschulpflichtig bist, höchstens sieben Stunden am Tag und 35 Stunden in der Woche. Bist du nicht mehr vollzeitschulpflichtig, aber noch unter 18, sind es höchstens acht Stunden am Tag und 40 in der Woche. So steht es im Jugendarbeitsschutzgesetz.
Wann sollte ich mich um ein Praktikum kümmern?
Für das Praktikum der Schule am besten einige Monate vorher, denn beliebte Betriebe sind schnell vergeben. Für ein Ferienpraktikum reichen oft ein paar Wochen Vorlauf.
Lohnt es sich, mehrere Praktika zu machen?
Ja. Wer zwei oder drei Berufe ausprobiert hat, weiß viel genauer, was er will, und kann das in der Bewerbung und im Vorstellungsgespräch auch zeigen.
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