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Ausbildung mit mittlerer Reife: diese Berufe stehen dir offen
Aktualisiert am 28.09.2026 · 5 Minuten Lesezeit
Mit der mittleren Reife hast du bei der Ausbildung eine große Auswahl. In vielen technischen, kaufmännischen und medizinischen Berufen ist sie sogar der häufigste Abschluss. Hier erfährst du, wo du besonders gute Chancen hast, wo es enger wird und was nach der Ausbildung möglich ist.
Große Auswahl mit mittlerer Reife
Die mittlere Reife heißt je nach Bundesland Realschulabschluss, mittlerer Schulabschluss oder Fachoberschulreife. Für Betriebe bedeutet sie: Du hast eine solide Grundlage in Deutsch, Mathe und Englisch. Damit kommen für dich fast alle dualen Ausbildungen infrage.
Auch viele schulische Ausbildungen setzen einen mittleren Abschluss voraus, so beschreibt es die Bundesagentur für Arbeit. Das betrifft zum Beispiel Gesundheitsberufe wie Ergotherapeut oder Pharmazeutisch-technischer Assistent.
Dual oder schulisch?
Bei einer dualen Ausbildung lernst du im Betrieb und in der Berufsschule und bekommst von Anfang an eine Vergütung. Eine schulische Ausbildung findet an einer Berufsfachschule statt, dazu kommen Praktika. Dafür gibt es meist kein Geld, und an privaten Schulen fällt oft Schulgeld an. Was das für dein Budget bedeutet, steht im Ratgeber Ausbildungsgehalt.
Berufe, in denen viele mit mittlerer Reife anfangen
In der Tabelle siehst du Ausbildungsberufe, in denen besonders viele Azubis einen mittleren Abschluss haben. Vorn liegen technische Berufe aus Industrie und Handwerk.
| Beruf | Anteil | Dauer |
|---|---|---|
| Anlagenmechaniker | 62 % | 3,5 Jahre |
| Industriemechaniker | 62 % | 3,5 Jahre |
| Mechatroniker | 61 % | 3,5 Jahre |
| Elektroniker für Betriebstechnik | 60 % | 3,5 Jahre |
| Land- und Baumaschinenmechatroniker | 60 % | 3,5 Jahre |
| Straßenwärter | 59 % | 3 Jahre |
| Werkzeugmechaniker | 59 % | 3,5 Jahre |
| Elektroniker Fachrichtung Automatisierungs- und Systemtechnik | 58 % | 3,5 Jahre |
| Informationselektroniker | 58 % | 3,5 Jahre |
| Schornsteinfeger | 58 % | 3 Jahre |
| Zerspanungsmechaniker | 58 % | 3,5 Jahre |
| Augenoptiker | 57 % | 3 Jahre |
| Eisenbahner Betriebsdienst Lokführer und Transport | 57 % | 3 Jahre |
| Fluggerätmechaniker Fachrichtung Fertigungstechnik | 57 % | 3,5 Jahre |
| Rechtsanwaltsfachangestellter | 57 % | 3 Jahre |
Nur Berufe mit mindestens 300 Ausbildungsanfängern im Jahr. Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Datensystem Auszubildende, über BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit.
Die Prozentzahl zeigt, welcher Anteil der Azubis, die in diesem Beruf angefangen haben, einen mittleren Abschluss hatte. Je höher der Wert, desto eher ist dein Abschluss dort der Normalfall.
Die mittlere Reife ist in vielen Berufen der häufigste Abschluss. Drei Richtungen, in denen das besonders oft so ist:
- Technik: Als Industriemechaniker, Mechatroniker oder Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik baust, wartest und reparierst du Maschinen und Anlagen. Mathe und Physik helfen dir hier.
- Büro und Handel: Als Kaufmann für Büromanagement, Kaufmann im Einzelhandel oder Kaufmann für Spedition und Logistik organisierst, planst und berätst du.
- Gesundheit: Als Medizinischer Fachangestellter oder Zahnmedizinischer Fachangestellter kümmerst du dich um Patienten und hältst die Praxis am Laufen.
Welche Richtung zu dir passt, hängt weniger von deinen Noten ab als davon, was dich interessiert und was dir leichtfällt.
Wo Abiturienten mitbewerben
In manchen Berufen hat die Mehrheit der Azubis Abitur, zum Beispiel als Bankkaufmann, Industriekaufmann, Steuerfachangestellter oder Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung. Trotzdem fangen auch dort viele mit mittlerer Reife an. Du solltest dich dann nur besonders gut vorbereiten.
Bewirb dich früh, übe für Einstellungstests und zeig mit einem Praktikum, dass du den Beruf kennst. Wer weiß, was ihn erwartet, und das im Gespräch gut erklären kann, hat auch neben Bewerbern mit Abitur gute Chancen. Und du hast einen Vorteil: Du startest früher ins Berufsleben, sammelst Erfahrung und verdienst Geld, während andere noch zur Schule gehen.
Gute Noten in Mathe und Deutsch helfen, aber ein Praktikum im Beruf hilft oft noch mehr. Damit zeigst du, dass du weißt, worauf du dich einlässt. Das kann mehr zählen als eine Note hinter dem Komma.
Ausbildung verkürzen
Mit mittlerer Reife kannst du deine Ausbildung unter Umständen verkürzen. Dafür stellen du und dein Betrieb gemeinsam einen Antrag bei der zuständigen Kammer (§ 8 Berufsbildungsgesetz). Die Kammer kürzt, wenn zu erwarten ist, dass du das Ausbildungsziel auch in kürzerer Zeit erreichst. Der Stoff und die Prüfung bleiben dabei gleich, du hast nur weniger Zeit dafür.
Ob sich das lohnt, hängt vom Beruf und von deinen Leistungen ab. Sprich das Thema am besten schon beim Vertragsabschluss mit deinem Betrieb an. Zeigst du in der Ausbildung gute Leistungen, kannst du außerdem früher zur Abschlussprüfung zugelassen werden (§ 45 Berufsbildungsgesetz).
Und nach der Ausbildung?
Eine Ausbildung ist kein Endpunkt. Danach stehen dir viele Wege offen:
- Weiterbildung im Beruf: zum Beispiel zum Meister, Techniker oder Fachwirt. Wer die Meisterprüfung im Handwerk bestanden hat, darf sich laut Handwerksordnung zusätzlich Bachelor Professional nennen.
- Höherer Schulabschluss: An einer Fachoberschule oder Berufsoberschule kannst du die Fachhochschulreife oder das Abitur machen. Je nach Bundesland geht die Fachhochschulreife sogar schon während der Ausbildung, mit Zusatzunterricht und Zusatzprüfung.
- Studium: Mit einem Meister oder einem vergleichbaren Abschluss darfst du laut Kultusministerkonferenz auch ohne Abitur studieren. Mit Ausbildung und Berufserfahrung ist ein Studium im eigenen Fachgebiet möglich, die Einzelheiten regeln die Länder.
So startest du
- Finde heraus, welche Richtung dich reizt: Technik, Büro, Gesundheit, Handwerk oder etwas ganz anderes.
- Mach in den Ferien ein Praktikum in einem Beruf aus der engeren Wahl.
- Bewirb dich bei großen Betrieben früh, im Handwerk klappt es oft auch kurzfristiger.
- Frag im Vorstellungsgespräch, ob eine Verkürzung möglich ist, wenn deine Noten gut sind.
- Frag auch, welche Weiterbildungen der Betrieb später unterstützt.
Welche Berufe zu deinen Stärken passen, zeigt dir die Talentanalyse bei Jimmy. Wenn du unsicher bist, hilft dir auch die Berufsberatung der Agentur für Arbeit kostenlos weiter. Wann du dich bewerben solltest, liest du im Ratgeber Bewerbungsfristen 2027.
Häufige Fragen
Welche Ausbildung passt zur mittleren Reife?
Fast alle dualen Ausbildungen sind mit mittlerer Reife möglich. Besonders viele Azubis mit diesem Abschluss starten in technischen Berufen wie Industriemechaniker oder Mechatroniker, im Büro und in Gesundheitsberufen. Welche Richtung zu dir passt, zeigt dir die Talentanalyse bei Jimmy.
Kann ich mit mittlerer Reife die Ausbildung verkürzen?
Ja, das ist möglich. Du und dein Betrieb stellt gemeinsam einen Antrag bei der Kammer. Nach der Empfehlung des BIBB-Hauptausschusses kann die Ausbildung mit mittlerem Abschluss um bis zu sechs Monate kürzer werden, wenn zu erwarten ist, dass du das Ziel trotzdem erreichst.
Wie heißt die mittlere Reife in meinem Bundesland?
Die Namen unterscheiden sich, zum Beispiel Realschulabschluss, mittlerer Schulabschluss oder Fachoberschulreife. Gemeint ist jeweils der mittlere Abschluss, den du in der Regel nach der zehnten Klasse machst.
Kann ich nach der Ausbildung noch studieren?
Ja. Du kannst zum Beispiel an einer Fachoberschule oder Berufsoberschule die Fachhochschulreife oder das Abitur nachholen. Mit einem Meister oder einem vergleichbaren Fortbildungsabschluss darfst du laut Kultusministerkonferenz auch ohne Abitur studieren.
Finde heraus, welcher Beruf zu dir passt
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