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Anschreiben für die Ausbildung: Aufbau, Muster und wann du keins brauchst
Aktualisiert am 05.10.2026 · 6 Minuten Lesezeit
Manche Betriebe wollen ein Anschreiben, viele inzwischen nicht mehr. Wenn eins gefragt ist, muss es nicht kompliziert sein: Eine Seite mit ein paar ehrlichen, konkreten Sätzen reicht. Hier siehst du, wie es aufgebaut ist, mit einem kurzen Muster zum Anpassen.
Brauchst du überhaupt eins?
Schau zuerst in die Stellenanzeige. Steht dort „Anschreiben“ oder „Motivationsschreiben“, gehört eins dazu. Steht dort nur Lebenslauf und Zeugnis, ein Online-Formular oder „ruf uns an“, kannst du dir das Anschreiben sparen. Viele Betriebe, gerade im Handwerk, verzichten inzwischen ganz darauf.
Wie du dich ohne Anschreiben bewirbst, per Anruf, Kurzbewerbung oder Profil, steht ausführlich im Ratgeber Bewerbung ohne Anschreiben. In diesem Artikel geht es um den anderen Fall: Ein Betrieb will ein Anschreiben, und du willst es gut machen.
Bei Jimmy brauchst du kein Anschreiben. Du führst ein kurzes Chat-Interview, daraus entsteht dein Profil. Damit fragst du direkt bei Betrieben an, und Betriebe können bei dir anfragen. Für Schüler ist das kostenlos.
So ist ein Anschreiben aufgebaut
Ein Anschreiben ist ein ganz normaler Brief. Viele orientieren sich an der Norm DIN 5008 für Geschäftsbriefe, du musst sie aber nicht auswendig kennen. Wichtig ist diese Reihenfolge:
- Absender: dein Name, deine Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse.
- Empfänger: Name des Betriebs, wenn bekannt mit Ansprechperson, und Adresse.
- Ort und Datum: rechtsbündig über dem Betreff.
- Betreff: fett, ohne das Wort „Betreff“, zum Beispiel „Bewerbung um einen Ausbildungsplatz als Tischler ab August 2027“.
- Anrede: möglichst mit Namen. Steht keiner in der Anzeige, ruf an und frag nach. Erst wenn das nicht klappt, schreibst du „Sehr geehrte Damen und Herren“.
- Drei bis vier kurze Absätze: Einstieg, warum der Beruf, warum du, Schluss.
- Gruß und Unterschrift: „Mit freundlichen Grüßen“ und dein Name.
Als Schrift reicht eine gut lesbare wie Arial oder Calibri in Größe 11 oder 12. Alles passt auf eine Seite.
Was in die Absätze gehört
Einstieg: warum du schreibst
Der erste Satz entscheidet, ob weitergelesen wird. Statt „hiermit bewerbe ich mich“ schreib, was dich auf den Betrieb gebracht hat: ein Praktikum, ein Gespräch auf einer Messe, ein Auftrag bei euch zu Hause. Wenn es so einen Anlass nicht gibt, steig mit deinem Interesse am Beruf ein.
Warum dieser Beruf
Nenn einen echten Grund und belege ihn mit etwas, das du erlebt oder getan hast. „Ich habe im Praktikum gemerkt, dass mir der Kontakt mit Kunden Spaß macht“ sagt mehr als „Ich arbeite gern mit Menschen“.
Warum du passt
Nimm zwei Stärken, die zum Beruf passen, und je ein kurzes Beispiel aus Schule, Verein, Nebenjob oder Familie. Schreib, in welche Klasse du gehst und welchen Abschluss du wann machst. Wer hier ehrlich bleibt, muss im Gespräch nichts zurechtrücken.
Schluss
Ein Satz zum nächsten Schritt reicht: dass du dich über ein Gespräch oder einen Probetag freust. Den Konjunktiv kannst du weglassen. „Ich freue mich“ klingt sicherer als „Ich würde mich freuen“.
Muster: ein kurzes Anschreiben zum Anpassen
Das Muster zeigt nur den Aufbau. Ersetze alles in eckigen Klammern durch deine eigenen Angaben und schreib die Gründe mit deinen Worten. Ein Betrieb soll beim Lesen merken, dass es um dich geht.
[Vorname Nachname] [Straße Hausnummer] [PLZ Ort] [Telefonnummer] | [E-Mail-Adresse] [Name des Betriebs] [Frau oder Herr Nachname] [Straße Hausnummer] [PLZ Ort] [Ort], [Datum] Bewerbung um einen Ausbildungsplatz als [Beruf] ab [Monat Jahr] Sehr geehrte Frau [Nachname], in meinem Praktikum bei [Betrieb oder Ort] habe ich [eine konkrete Tätigkeit] gemacht und dabei gemerkt, dass ich genau so etwas beruflich machen möchte. Deshalb bewerbe ich mich bei Ihnen um einen Ausbildungsplatz als [Beruf]. Ich besuche die [Klasse] der [Schule] und mache im Sommer [Jahr] meinen [Abschluss]. Am liebsten mag ich [Fach oder Aufgabe], weil [kurzer Grund]. In meiner Freizeit [Hobby, Verein oder Nebenjob], dort habe ich gelernt, [Stärke mit Beispiel]. Ihr Betrieb interessiert mich, weil [konkreter Grund, zum Beispiel was ihr herstellt, euer Team oder ein Eindruck von der Website]. Ich freue mich, wenn ich mich bei einem Gespräch oder einem Probetag vorstellen darf. Mit freundlichen Grüßen [Vorname Nachname]
Schick das Anschreiben per E-Mail zusammen mit Lebenslauf und Zeugnis als eine PDF-Datei, zum Beispiel mit dem Namen „Bewerbung_Vorname_Nachname.pdf“. In die E-Mail selbst gehören dann nur zwei oder drei Sätze und dein Gruß.
Ideen je Beruf
Was einen Betrieb überzeugt, hängt vom Beruf ab. Hier ein paar Anhaltspunkte, worauf du im Absatz „Warum du passt“ eingehen kannst. Nimm nur, was bei dir wirklich stimmt.
- Bankkaufmann: Freude an Zahlen und an Gesprächen mit Kunden, Zuverlässigkeit, ein gepflegtes Auftreten. Ein Beispiel, bei dem du anderen etwas erklärt oder Geld verwaltet hast, etwa als Kassenwart im Verein.
- Mediengestalter Digital und Print: eigene Projekte wie Plakate, Videos oder eine Website. Leg ein paar Arbeiten als Link oder kleine Mappe bei, das zählt hier oft mehr als jeder Satz.
- Kinderpfleger: Erfahrung mit Kindern, zum Beispiel mit Geschwistern, als Babysitter oder in der Jugendgruppe. Beschreib eine Situation, in der du geduldig geblieben bist.
- Kfz-Mechatroniker: was du schon selbst repariert hast, vom Fahrrad bis zum Roller, und dein Interesse an Technik und Elektronik.
- Medizinischer Fachangestellter: freundlicher Umgang mit Menschen, Sorgfalt und Verschwiegenheit, gern belegt mit einem Praktikum in einer Praxis oder einem Ehrenamt.
- Kaufmann im Einzelhandel: Spaß am Beraten und Verkaufen, ein Nebenjob mit Kundenkontakt und dein Interesse an den Waren, die der Betrieb verkauft.
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
- Name des Betriebs und Ansprechperson stimmen, nichts ist aus einer anderen Bewerbung stehen geblieben.
- Der Beruf heißt im Betreff genau so wie in der Stellenanzeige.
- Kein Satz beginnt mit hiermit, und es gibt keine Floskeln ohne Beispiel.
- Jemand anderes hat den Text auf Rechtschreibung gelesen.
- Das Anschreiben passt auf eine Seite.
- Alles steckt in einer PDF-Datei mit deinem Namen im Dateinamen.
Und danach? Wenn ein Betrieb dich einlädt, kommt es auf das Gespräch an. Wie du dich vorbereitest, steht im Ratgeber Vorstellungsgespräch für die Ausbildung. Den ganzen Weg bis zum ersten Tag zum Abhaken findest du in der Checkliste für deine Ausbildung.
Häufige Fragen
Wie lang sollte ein Anschreiben für die Ausbildung sein?
Höchstens eine Seite. Drei oder vier kurze Absätze reichen völlig. Ein Betrieb liest lieber wenige konkrete Sätze als eine Seite voller Floskeln.
Muss ich das Anschreiben unterschreiben?
Bei einer Bewerbung auf Papier ja, mit der Hand. Bei einer Bewerbung per E-Mail ist eine eingefügte Unterschrift üblich, aber kein Muss. Dein Name unter dem Gruß genügt dann.
Darf ich eine Vorlage oder KI benutzen?
Als Hilfe für den Aufbau ja. Die Inhalte sollten aber von dir kommen: dein Grund für den Beruf, dein Praktikum, deine Stärken. Texte, die wie aus einer Vorlage klingen, erkennen Betriebe schnell.
Brauche ich bei Jimmy ein Anschreiben?
Nein. Bei Jimmy führst du ein kurzes Chat-Interview, daraus entsteht dein Profil. Damit fragst du direkt bei Betrieben an, oder Betriebe fragen bei dir an. Ein Anschreiben ist dafür nicht nötig.
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